FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Studienplatzklage

1. Kann ich auch gegen eine Universität klagen, die ich in der Hochschulstart-/AdH-Bewerbung nicht angegeben habe?

Ja. Die Studienplatzklage ist gegen nahezu alle Universitäten möglich, egal ob Sie sie in der Hochschulstart-Bewerbung für das Auswahlverfahren der Hochschulen angegeben haben oder nicht. Streng genommen müssen Sie sich noch nicht einmal bei der Hochschulstart beworben haben. Gleichwohl sollte nach Möglichkeit die Hochschulstart-Bewerbung zur Chancen-Optimierung auf die Studienplatzklage abgestimmt werden. Dies gilt insbesondere für Abiturienten mit vergleichsweise guter Durchschnittsnote und die Bundesländer Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Frühe Planung ist also sinnvoll.

2. Welche Voraussetzungen hat eine Studienplatzklage?

Die Studienplatzklage setzt grds. nur voraus, dass Sie

Weitere Kriterien, z.B. eine abgeschlossene Berufsausbildung, Praktika etc. erhöhen Ihre Chancen nicht.

3. Ich habe in meinem Wunschfach schon einmal einen Studienplatz gehabt. Kann ich jetzt erneut klagen?

Nein. Sie können aber für jedes andere Fach eine Studienplatzklage beginnen. Anders ist es, wenn Sie Ihr Wunschfach im Ausland studiert haben. Dann können Sie sich in Deutschland in Ihrem Wunschfach in ein höheres Fachsemester einklagen, z.B. nach dem Physikum in Ungarn ins erste klinische Semester in Deutschland.

4. Kann ich während der Studienplatzklage ein anderes Fach studieren oder eine Ausbildung machen?

Ja. Eine Ausbildung ist nicht von Nachteil für die Studienplatzklage, ebenso wie ein Studium an einer ausländischen Hochschule.

5. Wie groß sind meine Erfolgschancen in der Studienplatzklage?

In den medizinischen Studiengängen, Pharmazie und Psychologie wurden mehrere hundert Studienplätze durch die Studienplatzklagen aufgedeckt und an Studienplatzkläger vergeben. Gerüchte, nach denen eine Studienplatzklage in diesem Fächern aussichtslos sei, sind falsch. Sie dürfen jedoch nicht wahllos klagen, sondern müssen eine richtige Klagestrategie anwenden. Grundsätzlich gilt: Sie sollten zur Erfolgsoptimierung mehrere Hochschulen parallel verklagen. Einzelheiten zu Ihren konkreten Möglichkeiten und Chancen sollten Sie mit einem fachkundigen Juristen besprechen.

6. Wie lange dauert eine Studienplatzklage?

Die Studienplatzklage dauert – trotz Eilverfahren – zwei bis zehn Monate. Realistisch ist eine Verfahrensdauer von einem Semester in den medizinischen Studiengängen, in den Fächern Pharmazie und Psychologie geht es meistens schneller. Sobald Sie Ihren Studienplatz durch Gerichtsbeschluss bekommen haben, können Sie Ihr Studium beginnen. "Nachlernen" müssen Sie in den allermeisten Fällen nichts, so dass Sie Ihr Studium ganz normal beginnen können.

7. Habe ich bei einer Studienplatzklage evt. Nachteile an der Universität?

Nein. Sie werden nicht „gebrandmarkt“ oder abgestempelt, denn Sie haben Ihr Grundrecht geltend gemacht. Ihre Dozenten wissen in der Regel auch gar nicht, dass Sie sich eingeklagt haben: Die Studienplatzklage wird nämlich gegen die Hochschulverwaltung, nicht gegen die Dozenten geführt. Einige Medizinprofessoren führen übrigens selbst Studienplatzklagen für Ihre Kinder durch.